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Ein Bild
Blick auf den Staudamm des Ruacana Wasserkraftwerks, der in Angola liegt, und die trockenen Ruacanafälle (Tilo)

Montag, 27. August

Die Pad nach Ruacana fährt sich sehr gut, nach etwa zwei Stunden Fahrt stehen wir auf der letzten Anhöhe und haben einen schönen Blick auf den Staudamm, das Wasserkraftwerk und die völlig ausgetrockneten Wasserfälle. An der Einfahrt zum Wasserwerk beginnt dann die Asphaltstraße, der erste Asphalt seit Khorixas, 1045 Kilometer auf zum Teil übelster Pad liegen hinter uns. Wir fahren zum Kraftwerk und fragen, ob eine Besichtigung möglich ist. Wir haben zwar keinen Termin, aber auf Nachfrage beim Chief Security Officer bekommen wir trotzdem eine Führung.
Zunächst geht es durch einen Tunnel 500 Meter in den Berg, dann haben wir die Maschinenräume erreicht. Drei Turbinen erzeugen je maximal 83 Megawatt, gespeist durch Wasserrohre mit 3,60 Meter Durchmesser. Das Wasser wird auf angolanischer Seite gestaut, durch eine Röhre mit 12 Metern Durchmesser in ein großes Wasserbecken auf namibianischer Seite geleitet, von wo es 114 Meter bis zu den Turbinen fällt. Wenn der Kunene sehr viel Wasser führt, lassen sie den Staudamm überlaufen und die Fälle bekommen etwas Wasser. Das ist zur Zeit leider nicht der Fall. Der Fluss führt zur Zeit so wenig Wasser, dass sie nur von 700 bis 2100 Strom erzeugen. Das Kraftwerk liefert fast die Hälfte des in Namibia verbrauchten Stroms, der Rest muss aus Südafrika importiert werden. Um diese Abhängigkeit zu vermindern und Kosten zu sparen, überlegt man, auch an den Epupa Falls ein Wasserkraftwerk zu bauen, damit lägen die Wasserfälle auch dort die meiste Zeit des Jahres trocken, was sicher ein herber Schlag für den dort gerade beginnenden Tourismus wäre.
Die Führung ist sehr interessant, wir kommen auch in die Steuerzentrale, in der mittlerweile einer der Generatoren auf Computerüberwachung umgestellt wurde. Leider dürfen wir nirgends fotografieren. Wir fahren weiter nach Ruacana, das im Wesentlichen nur aus einer Tankstelle, Supermarkt, Bar mit Bottlestore und den Wohnungen der Angestellten des Wasserwerks besteht.
Da uns der Ort nicht so richtig gefällt, beschließen wir, nach Oshakati weiterzufahren. Auf dem Weg dorthin läuft ein Wasserkanal parallel zur Straße, das Gebiet ist sehr dicht besiedelt und wir sehen viele Wassertümpel und kleine Seen, in denen Fische gefangen werden. In Oshakati tutís das Handy wieder und ich melde mich mal bei Julia. Bei ihr ist alles in Ordnung, das freut mich zu hören. Im Supermarkt kaufen wir Lebensmittel ein und laufen noch etwas über den gedeckten Markt. Frank ist ganz entsetzt, als ich ihm die Mopanewürmer zeige. 'Und so was isst Du?' fragt er ganz bestürzt. Die Frischfleisch und Fischabteilung des Markts ist bereits großen Teils verlassen, die Gemüse- und Gewürzstände sind vergleichbar mit denen in anderen Orten, interessant sind noch die Essensstände, wo einige schwer identifizierbare Speisen zubereitet werden.
In Ondangwa fahren wir das Restcamp an, es liegt direkt an einem trüben Tümpel, gleich dahinter ein Schrottplatz. Das sagt uns genauso wenig zu wie Ruacana, also fahren wir wieder weiter. Die Gegend ist jetzt nicht mehr ganz so dicht besiedelt, aber doch noch zu dicht, um einen ruhigen Übernachtungsplatz im Busch zu finden. Bis zum Veterinärzaun finden wir nichts zum Übernachten, also müssen wir unser Fleisch durch die Kontrolle schmuggeln, was uns gut gelingt. Kurz vor Tsumeb werden wir endlich am Lake Otjikoto fündig. Wir sind die einzigen Gäste. Der Platz liegt direkt an der B1, der Lärm der wenigen Autos ist Nachts aber weniger störend als wir befürchten. Nervtötend ist dagegen das laute Quaken der vielen Frösche bis zum frühen Morgen und das Schnattern von Enten, Gänsen und Truthähnen, die neben Schafen und Warzenschweinen hier gehalten werden. Unsere Filetsteaks, die wir abends grillen, sind wunderbar zart. Dazu Tomatensalat und noch eine Currywurst und wir sind rundum gesättigt.